3. Unterricht


Nach Stundentafel haben die Kinder unserer Schule die Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Kunst, Musik, Sport, Religion sowie im 3. und 4. Schuljahr Englisch.
Wir legen an unserer Grundschule besonderen Wert darauf, möglichst viele Unterrichtsfächer in der Hand der Klassenlehrerin zu belassen (Klassenlehrerprinzip). Somit haben die Klassenlehrerinnen die Möglichkeit, intensiv dem Erziehungsauftrag der Schule nachzukommen, das soziale Lernen verstärkt in den Unterricht einfließen zu lassen und der Forderung nach fächerübergreifendem Unterricht nachzukommen. Insbesondere in Deutsch, Sachunterricht und Kunst ist es uns auf diese Weise möglich, den Fachunterricht mit seinen bisweilen starren Strukturen aufzubrechen und über die Fächergrenzen hinweg intensiv an einem Thema zu arbeiten. Neben der Klassenlehrerin ist immer eine weitere Lehrkraft mit einem Fach in der Klasse eingesetzt, die die Kinder gut kennt und neben der Klassenlehrerin eine Bezugsperson ist. Durch die Tätigkeit der BFZ-Lehrerinnen und der Schulbegleiterin bedingt, ist es für viele unserer Kinder alltäglich, dass oft zwei erwachsene Personen in den Klassen anwesend sind.
Im schuleigenen Sachunterrichts-Curriculum sind verbindliche Themen festgelegt, die das Grundgerüst für den Sachunterricht bilden. Daneben leitet sich im 1. und 2. Schuljahr die Themenwahl häufig von der Lebenswirklichkeit der Kinder ab. Dabei werden sowohl der weiterhin gültige Rahmenplan und das neue Kerncurriculum als auch die Wünsche der Kinder berücksichtigt. Im 3. und 4. Schuljahr werden die Themenwünsche der Kinder weiterhin berücksichtigt, die Anforderungen im Fach Deutsch erfordern jedoch eine größere Auseinandersetzung mit dem Schwerpunkt Grammatik und Rechtschreibung, so dass der Deutschunterricht in manchen Phasen vom fächerübergreifenden Konzept abweicht.
Zur Umsetzung des fächerübergreifenden Unterrichts bieten sich besonders offene Unterrichtsformen wie Tagesplan, Wochenplan, Stationen- und Projektarbeit an. Diese Unterrichtsformen fördern das selbstständige Lernen und ermöglichen eine kompetenzorientierte Ausbildung der Kinder. Je nach Thema können die Kinder ihren Möglichkeiten entsprechend unterschiedlich tief in die Thematik einsteigen und individuell gefördert oder gefordert werden. Sie erwerben Kompetenzen, Aufgaben zu lösen, deren Anforderungsprofil nicht einfach erlerntes Wissen abfragt, sondern transferorientiert Problemlösungen fordert. Kompetenzen verstehen wir in diesem Zusammenhang als Verbindung von Wissen und Können.
Ab Klasse 3, teilweise auch schon ab der ersten Klasse, wird Mathematik nicht mehr von der Klassenlehrerin sondern von einer anderen Fachlehrerin unterrichtet. Auf diese Weise sollen die Kinder schon an den späteren Fachunterricht der weiterführenden Schulen gewöhnt werden. Für die Beobachtung und Beurteilung der einzelnen Kinder gibt es somit mehrere kompetente Meinungen, wodurch eine größere Objektivität gewährleistet ist. Hinsichtlich der Empfehlungen für die weiterführenden Schulen ist dies ein großer Vorteil.
Die Klassenlehrerstunden liegen möglichst im Block, sodass eine beständige Umsetzung des fächerübergreifenden Unterrichts gewährleistet werden kann. Auch achten wir bei der Stundenplangestaltung auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Stunden auf die Woche.
Zusätzlich werden abhängig vom Bedarf und der Lehrerversorgung der Schule LRS-, Lese- und Mathe-Förderkurse angeboten. Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse erhalten Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache. Falls erforderlich, findet der Deutschunterricht für Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse schon im letzten Kindergartenjahr im Rahmen des freiwilligen Vorlaufkurses in enger Zusammenarbeit mit der Kita statt. Für den Bereich DaZ wurde ein gesondertes Konzept erarbeitet.



3.1 BFZ


Die Gudrun-Pausewang-Schule ist als regionales Beratungs- und Förderzentrum für die Grundschule Ober-Widdersheim ein kompetenter Ansprechpartner.
Inklusiv beschulte Kinder erhalten zusätzliche individuelle Förderung durch Förderschullehrkräfte der Gudrun-Pausewang-Schule. Je nach Förderschwerpunkt und Bedarf variiert dies von Schuljahr zu Schuljahr.
Die Hauptaufgabe der BFZ-Lehrkräfte ist an der Grundschule Ober-Widdersheim jedoch derzeit die präventive Arbeit. Kinder mit Schwierigkeiten im Lernen, der Sprache sowie im sozial-emotionalen Bereich werden bei Bedarf gefördert. In insgesamt 24 Wochenstunden besuchen zwei Förderschullehrerinnen die Kinder bei uns im Unterricht, beraten die Lehrkräfte der Grundschule und organisieren auf der Grundlage förderdiagnostischer Verfahren und Beobachtungen gemeinsam mit den Lehrkräften eine gezielte Förderung. Die Lehrkräfte des BFZ arbeiten auch mit den Eltern zusammen. Sie stellen Kontakte zu Beratungsstellen der Kinder- und Jugendhilfe her und arbeiten mit anderen außerschulischen Institutionen zusammen.



3.2 Sprachheilunterricht

Sprachliche Beeinträchtigungen können sich auch auf verschiedene Bereiche der Gesamtentwicklung auswirken. So sind bei sprachauffälligen Kindern häufig ebenso Defizite in der körperlichen und motorischen Entwicklung, der emotionalen und sozialen Entwicklung, der Wahrnehmung und der kognitiven Entwicklung sowie der Entwicklung des Lern- und Leistungsverhaltens zu beobachten. Um diesen so früh wie möglich entgegen zu wirken, weisen wir die Eltern bei der Schulanmeldung für das 1. Schuljahr auf bestehende Defizite hin, sodass eine gezielte Förderung bereits vor Schuleintritt erfolgen kann. In der Schule fördern wir Kinder mit Auffälligkeiten in der Sprache ab dem 1. Schuljahr zusätzlich in der sprachheilpädagogischen Förderstunde. Die uns zugeordnete BFZ -Lehrkraft übernimmt auch die Aufgabe, in Absprache mit der Klassenlehrerin mit den betroffenen Kindern zu üben und sie in ihrem Lernprozess zu unterstützen.



3.3 Leseförderung

Die Lesefähigkeit eines Kindes bestimmt in hohem Maße seine Bildungschancen, weshalb es uns sehr wichtig ist, bereits früh mit einer gezielten Leseförderung zu beginnen. Insbesondere die Wenig-Leser wollen wir erreichen und motivieren. Wesentlich ist uns hierbei, die Lesetechnik bzw. die Lesestrategie und das sinnerfassende Lesen zu verbessern. Auch möchten wir den Kindern vermitteln, Lesen als ästhetischen Genuss zu erleben und die Lust am Lesen zu entwickeln. Mit Hilfe der BFZ-Lehrkraft erfassen wir Schwierigkeiten beim Lesen bzw. Lesen lernen möglichst frühzeitig und wirken ihnen mit gezielten Differenzierungs- und Fördermaßnahmen entgegen.
Neben den gezielten Einzelmaßnahmen sehen wir auch verschiedene Maßnahmen für die ganze Klasse vor. So arbeiten zum Beispiel ab dem 2. Schuljahr die Kinder mit dem Leseförderprogramms „Antolin“. Durch die Verbindung des Lesens mit dem Medium Computer sollen sich auch weniger motivierte Leser angesprochen fühlen.

In der Schulbibliothek werden klassenintern themengebundene oder freie Lesestunden organisiert, in denen die Kinder vor Ort lesen können oder sich Bücher ausleihen können. Zweimal in der Woche haben die Kinder in einer Ausleihpause zusätzlich die Möglichkeit, neue Bücher zu leihen. Bei der Auswahl und Anschaffung neuer Bücher für die Schülerbücherei werden den Kindern Mitspracherechte eingeräumt. In den letzten Jahren nimmt eine Vertreterin/ ein Vertreter der 4. Klasse am Vorlesewettbewerb der Niddaer Grundschulen teil.
In jeder Klassenstufe steht in der Regel einmal jährlich eine Klassenlektüre im Mittelpunkt des Deutschunterrichts.
Darüber hinaus regen die Lehrkräfte in Abhängigkeit von persönlichen Neigungen die Kinder auch über andere Maßnahmen zum Lesen an, so werden Eltern oder Großeltern eingeladen, um den Kindern aktuelle Geschichten, aber auch z.B. Lieblingsgeschichten aus ihrer Jugendzeit, vorzulesen. Schüler des ersten und zweiten Schuljahres treffen sich mit den älteren Schülern zu gemeinsamen Leseaktivitäten im Klassenraum oder in der Schulbibliothek. Kinderbuchautoren werden zu Autorenlesungen eingeladen.

3.4 Medienerziehung


In der heutigen Zeit werden Kinder aufgrund des schnellen technischen Fortschritts und des ständig wachsenden Medienkonsums immer früher mit der Nutzung diverser Medien konfrontiert. Sie kennen diese aus ihrem häuslichen Umfeld, häufig jedoch nur als Spielgerät. Dabei wird der Umgang mit neuen Medien immer mehr zur Bedingung und zur Voraussetzung zur erfolgreichen Bewältigung des Alltags und der gesellschaftlichen Teilhabe.
Eine wichtige Aufgabe der Grundschule besteht darin, die Schülerinnen und Schüler so zu erziehen, dass sie bereits frühzeitig im eigenverantwortlichen und sinnvollen Umgang mit diesen Medien geschult werden. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die fünf Kompetenzbereiche Bedienen und Anwenden, Informieren und Recherchieren, Kommunizieren, Produzieren und Präsentieren sowie Analysieren und Reflektieren.
Diese fünf Kompetenzbereiche decken beide Aspekte der Mediennutzung ab: Sowohl das Lernen mit Medien als auch das Lernen über Medien. Das Lernen mit Medien vereinfacht und veranschaulicht das fachliche Lernen, das Lernen über Medien zielt auf einen kritischen, verantwortlichen Umgang mit den Medien ab.
Aus diesem Grund möchten wir zukünftig über die Arbeit im Computerraum mit der ganzen Klasse hinaus den Computer auch in die täglichen Unterrichtsabläufe integrieren.

In den hessischen Kerncurricula findet sich im Rahmen der überfachlichen Kompetenzen der folgende sehr allgemein gehaltene Abschnitt bezüglich der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern:
„Die Lernenden nutzen anforderungsbezogen unterschiedliche Medien gestalterisch und technisch. Sie dokumentieren ihre Lern- und Arbeitsergebnisse auch prozessbezogen und präsentieren Lern- und Arbeitsergebnisse mithilfe geeigneter Medien. Sie nutzen Neue Medien verantwortungsvoll und kritisch“ (Hessisches Kultusministerium (2011): Bildungsstandards und Inhaltsfelder – Das neue Kerncurriculum für Hessen, Teil A – Kapitel 2: Überfachliche Kompetenzen).
Eine Konkretisierung und Ausdifferenzierung des dargelegten Anspruchs findet sich in unserer Matrix der Lernplanziele.





3.5 Vertretungsunterricht


Das Hessische Kultusministerium gibt vor, dass seit dem Schuljahr 2006/2007 keine Unterrichtsstunde mehr ausfallen darf (Verlässliche Schule). Um bei Fehlen einer Lehrkraft möglichst qualifizierten Unterricht anbieten zu können, haben wir für unsere Schule ein Vertretungskonzept erstellt.